Gewalt im Gesundheitswesen Russland: Patient tritt Krankenschwester – Arzt schlägt ihn tot

Gewalt im Gesundheitswesen
Russland: Patient tritt Krankenschwester – Arzt schlägt ihn tot

In einem Krankenhaus im südrussischen Belgorod ist ein Patient ums Leben gekommen, nachdem ein Arzt ihm einen Faustschlag verpasst hatte. Dem Arzt droht nun eine Anklage wegen unterlassener Hilfeleistung. Das Video, das den Vorfall aufzeichnete, machte bereits seinen Weg durch die sozialen Netzwerke.

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Moskau (nex) – In der südrussischen Stadt Belgorod hat sich offenbar ein Vorfall in einem Krankenhaus ereignet, im Zuge dessen ein Patient infolge eines Faustschlages durch einen Arzt ums Leben gekommen ist.

Der Vorfall wurde auf einer Videoaufzeichnung dokumentiert und hatte auch bereits in sozialen Medien die Runde gemacht. Auch das staatliche TV hatte darüber berichtet. Am Samstag wurde Medienberichten zufolge eine strafrechtliche Untersuchung gegen den mittlerweile suspendierten Mediziner eingeleitet.

Im Video zieht der sehr durchtrainierte Arzt einen Patienten vom Untersuchungstisch, schubst ihn erst in den Flur und fragt „Warum hast Du die Schwester berührt?“. Als der Patient wieder zurückkommt, schlägt ihn der Arzt ins Gesicht und anschließend ist ein Aufprallgeräusch zu hören, als der Angegriffene rückwärts auf den Flur fällt.

Erst Minuten später bemerkte das medizinische Personal, dass sich der Patient nicht mehr rührte und begann mit den Wiederbelebungsmaßnahmen, die sich jedoch als erfolglos erwiesen. Dem internen Untersuchungskomitee von Belgorod zufolge soll sich der Vorfall bereits am 29. Dezember ereignet haben. Der Arzt habe den Patienten geschlagen, nachdem dieser während einer Untersuchung eine Krankenschwester getreten habe. Todesursache soll ein Schädel-Hirn-Trauma infolge des Aufpralls mit dem Hinterkopf auf dem Flur sein. Beim Arzt soll es sich um Ilja Zelendinov, einen Chirurgen, beim Patienten um den 56-jährigen Jewgenij Bakhtin gehandelt haben.

Gegen Zelendinov wird wegen Tötung durch Unterlassen ermittelt, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet wird. Eine Mordanklage scheidet aus, weil von keinem Tötungsvorsatz auszugehen sei. Das Opfer wäre am Leben geblieben, wenn der Aufprall weniger hart gewesen wäre, hieß es nach der Obduktion. Der Arzt wurde entlassen, bleibt aber auf freiem Fuß, nachdem er zugesichert hatte, während der Dauer der Untersuchung das Land nicht zu verlassen. Es war nicht der erste tödliche Zwischenfall im russischen Gesundheitswesen. Im Vorjahr hatten zwei russische Bürger nach einem Streit um vermeintliche Kunstfehler Schusswaffen in ein Krankenhaus mitgebracht und damit erst Ärzte, anschließend sich selbst erschossen.

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