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ZDF entlarvt Desinformation
Rheinberg: Karnevalsumzug wegen Bürokratie abgesagt – nicht wegen der Flüchtlinge

Die Absage des Karnevalsumzuges in einem Stadtteil von Rheinberg wurde in Medien als Ausdruck einer vermeintlichen Gefahr durch Flüchtlinge kolportiert.

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(Foto: dts)

Wesel (nex) – Für heftige Reaktionen in traditionellen und sozialen Medien sorgte die Absage eines Karnevalsumzugs in der niederrheinischen Stadt Rheinberg. Nachdem vonseiten eines Vertreters der Stadt auf Nachfrage die Tatsache angesprochen worden war, dass sich in der Nähe der Strecke ein Flüchtlingsheim befände, wurde in Medien und durch Kommentatoren in den sozialen Netzwerken die These kolportiert, der Umzug wäre „auf Grund der Flüchtlinge“ abgesagt worden. Daniel Bröckerhoff von der Redaktion der Sendung „ZDF heute plus“ hat sich in diesem Zusammenhang telefonisch mit Nadine Geldermann, die Sprecherin des Karnevalsvereins „1. Orsoyer Karnevalskomitees 99“, in Verbindung gesetzt, um diese über die Hintergründe der Absage zu befragen. Geldermann erklärte daraufhin, dass es konkret lediglich um den Rosenmontagszug in Orsoy gehe, einem Stadtteil von Rheinberg mit 4000 Einwohnern. Der Grund für die Absage war, dass es noch keine Genehmigung vonseiten der Stadt gegeben habe, weil diese von den Organisatoren die Erstellung eines Sicherheitskonzepts verlangt hätte. Dieser Auflage nachzukommen, sei das Komitee in der Kürze der Zeit nicht in der Lage gewesen und habe sich deshalb dazu entschlossen, den Umzug abzusagen. Bislang sei ein solches nicht verlangt worden, so Geldermann. In kleineren Orten Anforderungen dieser Art zu stellen, sei unüblich.

Dass es im Ort eine Flüchtlingsunterkunft gebe, sei nicht der primäre Grund für die Absage gewesen. Es sei zwar auf Grund der jüngsten Ereignisse auch eine mögliche abstrakte Gefährdung infolge der Unsicherheit über das Verhalten der im Flüchtlingsheim untergebrachten Bewohner angesprochen worden, dies wäre jedoch in erster Linie spekulativ. Wichtigere Faktoren für das verlangte Sicherheitskonzept seien das zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit der Jubiläumsveranstaltung gewesen, die der Umzug dargestellt hätte, aber auch mögliche Gefahren durch randalierende Jugendgruppen. Tatsächliche Probleme oder gröbere Vorfälle im Zusammenhang mit der Einrichtung zur Erstunterbringung von Flüchtlingen seien im Ort nicht bekannt, erklärte Geldermann auf Nachfrage. Der Karnevalsverein werde eine Festzeltveranstaltung zum Jubiläum durchführen und sich später mit Blick auf kommende Jahre um die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes kümmern.

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