Terroristisches Reihenhaus Großbritannien: Polizeieinsatz gegen Zehnjährigen wegen Rechtschreibfehlers

Terroristisches Reihenhaus
Großbritannien: Polizeieinsatz gegen Zehnjährigen wegen Rechtschreibfehlers

„Sprachpolizei“ der anderen Art? Weil ein Zehnjähriger in England den Ausdruck „Reihenhaus“ falsch geschrieben hatte, soll die Polizei ihn besucht haben. Er hatte statt von einem „terraced house“ von einem „terrorist house“ geschrieben.

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(Foto: l-vista/pixelio

London (nex) – Wie englische Medien berichten, soll ein Schreibfehler eines zehnjährigen muslimischen Jungen in Lancashire dazu geführt haben, dass dieser am darauf folgenden Tag zu Hause von der Polizei aufgesucht und verhört worden sei. Der Schüler hatte von einem „terroristischen“ („terrorist“) Haus geschrieben, in dem er leben würde, wobei er jedoch offenbar ein „Reihenhaus“ („terraced“) House gemeint hatte.

Bereits einen Tag später standen Polizeibeamte vor seiner Haustür, verhörten ihn und untersuchten den Familien-Computer. Die Familie des Jungen, die nun eine Entschuldigung vonseiten der Schule und der Behörde fordert, führt den Vorfall auf die Neufassung der britischen Antiterrorgesetze vom Juli letzten Jahres zurück. Seit dieser Zeit werden Lehrer dazu verpflichtet, verdächtiges Verhalten zu melden, um einer Radikalisierung entgegenzusteuern.

Der stellvertretende Generalsekretär der muslimischen Dachorganisation, Miqdaad Versi, erklärte, es habe seitdem dutzende ähnliche Fälle wie in Lancashire gegeben. Die Polizei bestreitet einen Zusammenhang ihres Besuchs mit dem Rechtschreibfehler und erklärte BBC zufolge, der Besuch sei nicht auf der Basis eines Terrorismusverdachts erfolgt. Es wären vonseiten der hierfür angemessenen Kanäle andere Sorgen bezüglich des Verhaltens des Jungen in der Schule an sie herangetragen worden.

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