Start Panorama Gesellschaft Krankenkassen Doris Pfeiffer: “Lange Wartezeiten für gesetzlich Versicherte sind ein Unding”

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Doris Pfeiffer: “Lange Wartezeiten für gesetzlich Versicherte sind ein Unding”

Die Krankenkassen haben an die Kassenärzte appelliert, die gesetzlich vorgeschriebenen Terminservicestellen vernünftig umzusetzen und dafür zu sorgen, dass die Versicherten schnell einen Facharzttermin bekommen.

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(Foto: Geralt)

Berlin (dts) – Die Krankenkassen haben an die Kassenärzte appelliert, die gesetzlich vorgeschriebenen Terminservicestellen vernünftig umzusetzen und dafür zu sorgen, dass die Versicherten schnell einen Facharzttermin bekommen. “Die Politik und auch wir werden genau beobachten, ob es funktioniert”, sagte die Chefin der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, im Interview mit der “Welt”. “Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann muss man sicherlich noch einmal nachsteuern.”

Die langen Wartezeiten für die gesetzlichen Versicherten seien ein “Unding”, klagte Pfeiffer. Privatversicherte bekämen häufig schneller einen Termin. “Offensichtlich gehen viele Ärzte davon aus, dass diese für sie lukrativer sind”, meinte Pfeiffer. Die Kassenchefin führte die langen Wartezeiten in erster Linie auf Organisationsprobleme in den Praxen zurück.

Es gebe genug Ärzte, in den Ballungsräumen sogar zu viele. In vielen Regionen gebe es auch ein Überangebot an Kliniken. Die Kassen dürften nicht für die Erhaltung von Krankenhäusern zahlen, die nicht notwendig seien, forderte Pfeiffer. Wenn man die nicht notwendigen Stationen oder Krankenhäuser schließe, könne auch die Pflegeintensität in den verbleibenden Häusern erhöht werden.

Bis 2019 rechnen die Krankenkassen mit einer Verdoppelung des Zusatzbeitrages für die Versicherten auf 1,8 Prozent. Die Diskussion, die Arbeitgeber wieder paritätisch an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu beteiligen, werde forciert werden, sagte Pfeiffer voraus. Mit steigenden Zusatzbeiträgen steige auch der Druck auf die Politik. “Das wird vermutlich ein Wahlkampfthema im nächsten Jahr werden.”

 

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