Start Panorama Ausland Flüchtlingsdrama Türkei: Bodrum benennt Strand nach Aylan Kurdi

Flüchtlingsdrama
Türkei: Bodrum benennt Strand nach Aylan Kurdi

Der Strand, an dem im September der kleine Aylan Kurdi tot angespült wurde, wird künftig dessen Namen tragen. Dies beschloss der Stadtrat von Bodrum.

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Aylan Kurdi, links. (Foto: twitter / majstar7)

Bodrum (nex) – Der Stadtrat des bekannten Ferienortes Bodrum in der südwesttürkischen Provinz Mugla wird dem kleinen Aylan Kurdi ein bleibendes Denkmal setzen, dessen Bild im Sommer die Welt schockierte, nachdem der tote Körper des aus Syrien stammenden Vierjährigen am dortigen Strand angespült worden war.

Die örtlichen politischen Verantwortlichen haben beschlossen, den Strand, an dem der kleine Aylan angespült wurde, nach ihm zu benennen. In der ordentlichen Dezembersitzung des Stadtrates von Bodrum im Sevket Sabancı Kultur- und Kunstzentrum im Stadtteil Turgutreis wurde der Beschluss gefällt, den Strand umzubenennen und darauf eine Statue zu errichten, die „Freiheit“ repräsentieren soll.

Der Bürgermeister von Bodrum, Mehmet Kocadon, erklärte, die Initiative wäre eine Geste des guten Willens und er stehe in vollem Umfang hinter dem Antrag.

„Der Stadtrat von Bodrum arbeitet zurzeit eine Idee zur Umsetzung aus“, erklärte Kocadon. „Ich betrachte diese Initiative als einen Akt des guten Willens. Die Flüchtlingskrise ist ein großes Problem für die gesamte Menschheit. Die Initiative soll auch nicht mit irgendeiner bestimmten politischen Partei in Verbindung gebracht werden. Wir wollen den Antrag als Stadtvertretung Bodrum verabschieden.“

Der Beschluss erging am Ende einstimmig. Anfang September kam Aylan Kurdi ums Leben, als das Boot sank, auf dem seine Familie mit ihm auf eine griechische Insel gelangen wollte. Der kleine Aylan war nicht das einzige Beispiel für das entsetzliche Schicksal, das Syrer in unseren Tagen ereilt.

Flüchtlings-Mädchen "Sena" (Foto: AA)
Flüchtlings-Mädchen „Sena“ (Foto: AA)

Erst am 22. November wurde der tote Körper eines vierjährigen syrischen Mädchens an der türkischen Westküste angespült. Das Mädchen soll gemeinsam mit 14 anderen Personen auf einem Boot gewesen sein, das am 18. November vor der Ägäis-Insel Tülle gekentert war, als man versucht hatte, eine der griechischen Inseln zu erreichen. Nirwan Hassan, eine Frau, die ebenfalls unter den Flüchtlingen auf dem Boot war, identifizierte das Mädchen als die kleine Sena.

 

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