Krieg gegen den Terror Terrorismus: IS-kritischer Journalist aus Syrien in Gaziantep erschossen

Krieg gegen den Terror
Terrorismus: IS-kritischer Journalist aus Syrien in Gaziantep erschossen

Am Sonntag ist im südtürkischen Gaziantep der 37-jährige Journalist und Filmemacher Nadschi al-Dscherf durch Schüsse auf offener Straße ermordet worden. Al-Dscherf hatte sich durch Filme über Gräueltaten der Terrormiliz Daesh (IS) einen Namen gemacht.

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(Foto: Daily)

Gaziantep (nex) – Neben den Linksterroristen von der PKK und Gruppen wie der DHKP/C bleibt auch die Terrormiliz IS eine gravierende Herausforderung für die innere Sicherheit in der Türkei. Nach der Ermordung des syrischen Journalisten und Oppositionellen Nadschi al-Dscherf ermitteln die Sicherheitsbehörden in alle Richtungen, Indizien und die Aussagen von Angehörigen legen jedoch die Annahme nahe, dass Extremisten aus dem Umfeld des IS hinter dem Anschlag stecken könnten.

Al-Dscherf war Augenzeugen zufolge am Sonntag in der südtürkischen Stadt Gaziantep erschossen worden. Der 37-jährige Journalist sei, so berichten mehrere türkische Medien, auf offener Straße von einer Kugel im Kopf getroffen worden und wenig später im Krankenhaus gestorben.

Der Arbeitsschwerpunkt Al-Dscherfs, der auch Herausgeber des in Syrien erscheinenden Monatsmagazins „Hentah“ war, waren die Gräueltaten und Menschenrechtsverletzungen der Terrormiliz IS in den von ihr gehaltenen Gebieten, unter anderem in der nordsyrischen Stadt Aleppo und in der Daesh-Hochburg Raqqa. Medienberichten zufolge arbeitete der zweifache Vater, der bereits zuvor mehrere Filme über den Syrien-Konflikt gedreht hatte, gerade an einem neuen Projekt: einem Dokumentarfilm über von Daesh verübte Massaker. Al-Dscherf arbeitete in diesem Zusammenhang mit der Gruppe RBSS (Raqqa is Being Slaughtered Silently – Raqqa wird in aller Stille abgeschlachtet) zusammen, die seit April 2014 mittels heimlich angefertigter Unterlagen Gräueltaten der Terrormiliz dokumentiert.

Kürzlich hatte Al-Dscherf Berichten zufolge ein Visum für seine Familie aus Frankreich erhalten, wohin er im Laufe der kommenden Woche reisen hätte sollen. Die Terrormiliz IS verübte im Laufe der letzten Monate mehrere Terroranschläge in der Türkei. Erst Ende Oktober hatten sich die Extremisten zur Ermordung zweier syrischer Oppositionsaktivisten bekannt, die enthauptet in einem Haus im südtürkischen Şanlıurfa aufgefunden worden waren.

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