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Drama um Zabadani
Syrien: Auch nach dem Waffenstillstand katastrophale humanitäre Lage in Zabadani

Zahlreiche Kinder seien verhungert, auch Erwachsene leiden unter den Folgeerscheinungen eines chronischen Ernährungsmangels.

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(Foto: AA)

Damaskus (nex) – Widersprüchliche Signale kommen aus der nahe der libanesischen Grenze gelegenen syrischen Stadt Zabadani. Die BBC berichtet, dass in dieser Stadt sowie zwei weiteren belagerten Städten nach einem von der UNO ausgehandelten Waffenstillstandsabkommen seit Montag bereits hunderte Rebellen und Zivilisten evakuiert worden wären.

Dem Sender zufolge hätten Busse und Ambulanzwagen mindestens 120 sunnitische Rebellen und Zivilisten aus der Stadt heraus über die Grenze in den Libanon gebracht. Gleichzeitig seien etwa 300 Kämpfer und Zivilisten aus nordsyrischen schiitischen Dörfern in die Türkei gebracht worden. Während Zabadani von der Regierungsarmee und mit ihr verbündeten Hisbollah-Milizen belagert war, hatten sunnitische Rebellen bereits seit Monaten Kefraya und Fuaa eingekesselt.

Der Waffenstillstand sieht nun vor, dass die Türkei die evakuierten Personen aus Zabadani aufnehmen und den Schiiten aus den nordsyrischen Dörfern den Transit über den Libanon in von der Regierung gehaltene Teile Syriens ermöglichen wird. Auch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), das libanesische Rote Kreuz, der Syrisch-Arabische Rote Halbmond und die UNO seien in die Umsetzung der Vereinbarung involviert. Eine ähnliche Evakuierungsaktion hatte es bereits im Mai 2014 und am 9. Dezember 2015 gegeben, als Teile der von der Regierungsarmee belagerten ehemaligen Rebellenhochburg Homs nach mehreren Monaten von den Aufständischen geräumt wurden.

Zabadani war die von der salafistischen Rebelleneinheit Ahrar al-Sham und mit ihr verbündeten Gruppen gehaltene letzte größere Oppositionshochburg an der libanesischen Grenze. Es zeichnete sich eine baldige Einnahme der Stadt durch die Regierungstruppen ab. Augenzeugen, die über Skype mit NEX sprachen, zufolge sei die humanitäre Lage in Zabadani trotz der Waffenstillstandsvereinbarung immer noch prekär. In der seit Monaten belagerten Stadt leben 40 000 Menschen und die Versorgungslage sei ungebrochen katastrophal. Zahlreiche Kinder seien verhungert, auch Erwachsene leiden unter den Folgeerscheinungen eines chronischen Ernährungsmangels. Derzeit, so wurde NEX mitgeteilt, bringe die UNO lediglich die Schwerverletzten aus der Stadt. Die Familienangehörigen verabschieden sich von ihren Lieben. Immer noch zweifeln viele daran, dass es ein Wiedersehen geben werde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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