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Soldat gegen Islamfeindlichkeit
Britischer Ex-Soldat weist Islamkritiker zurück: „Ein muslimischer Arzt rettete mein Leben“

In einem Post auf Facebook erteilt ein kriegsversehrter britischer Soldat Versuchen, ihn für islamfeindliche Gruppen zu werben, eine deutliche Absage. Der Beitrag wurde mittlerweile mehr als 180 000 Mal geteilt.

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Chris Herbert (Foto: facebook/screenshot)

London (nex) – Der britische Soldat Chris Herbert, der im Alter von 19 Jahren während seines Einsatzes im Irak 2007 bei einem Bombenanschlag ein Bein verloren hatte, hat islamfeindlichen Vereinnahmungsversuchen in einem mittlerweile mehr als 180 000 Mal geteilten Post auf Facebook eine deutliche Absage erteilt.

Der Beitrag kam zeitgleich mit dem Beginn einer Kampagne für ein Einreiseverbot gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump nach Großbritannien, die bislang mehr als 400 000 Unterzeichner gefunden hatte. Trump hatte seinerseits gefordert, Muslimen keine Einreise mehr in die USA zu gestatten. Der in Portsmouth lebende 19-jährige Chris Herbert hat vor dem Hintergrund von Versuchen islamfeindlicher Gruppen, ihn als Aushängeschild zu werben, einige deutliche Worte verloren und erklärt, Frust zu entwickeln, wenn Menschen „von mir Rassismus erwarten, nachdem ich mein Bein verloren habe“.

„Ja, ein Muslim hat mich in die Luft gesprengt, und ich verlor mein Bein“, schrieb Chris Herbert.

„Ein Muslim in britischer Uniform verlor an diesem Tag seinen Arm. Ein muslimischer Arzt war in dem Helikopter, der mich vom Schlachtfeld holte. Ein muslimischer Chirurg nahm die Operation vor, die mein Leben rettete. Eine muslimische Krankenschwester war in dem Team, das mich zu Hause in Großbritannien versorgte. Ein muslimischer Pfleger kümmerte sich täglich um mich, als ich wieder zu laufen lernen sollte. Ein muslimischer Taxifahrer beförderte mich gratis nach Hause, nachdem ich zum ersten Mal wieder mit meinem Vater ein Bier trinken gegangen war. Ein muslimischer Arzt war mit Trost und Rat zur Stelle, als mein Vater nicht wusste, wie er mit meiner Medizin und deren Nebeneffekten umgehen sollte.“

Stattdessen habe er von weißen Briten Anfeindungen und Herabwürdigungen erlebt.

„Ein weißer Brite spuckte ins Gesicht meiner Freundin, weil sie mit einem Krüppel schläft, obwohl sie ihn haben könnte. Ein weißer Brite stieß meinen Rollstuhl vom Lift weg, damit er ihn zuerst benutzen kann. Ein weißer Brite schrie meinen Vater an, weil er auf dem Behinderten-Parkplatz parkierte. Natürlich halfen mir auch viele, es ist nicht so, dass ich weiße Briten hasse, haha!“

Allen Muslimen die Schuld für die Taten von Gruppen wie Daesh und den Taliban zu geben, wäre, als würde man die Taten des KKK oder der Westboro-Kirche allen Christen zuordnen, unterstrich Herbert.

„Der springende Punkt ist: Verpisst Euch! Ich weiß selbst, wen ich leiden kann und wen nicht.“

(Foto: Facebook)
(Foto: Facebook)

Der Soldat kritisierte die Politik Donald Trumps und machte darauf aufmerksam, dass nach der US-Verfassung niemandem auf Grund seiner Religion seine Rechte genommen werden könnten. Selbst wenn Trump zum Präsidenten gewählt werden würde, hätte er keine rechtliche Grundlage, um seine Ziele durchzusetzen. Zum Schluss hatte Chris Herbert noch einen Rat an alle Islamkritiker: „Bekommt Euer Leben in den Griff, umarmt Eure Familie und geht zurück an die Arbeit.“

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