Insidejob vereitelt Türkei: PKK plante weiteren Bombenanschlag bei HDP-Treffen

Insidejob vereitelt
Türkei: PKK plante weiteren Bombenanschlag bei HDP-Treffen

Die Polizei sei einem Hinweis nachgegangen, wonach eine Sprengung im Rahmen einer geplanten HDP-Pressekonferenz geplant wäre. Im Zuge des auf diesen Hinweis hin durchgeführten Einsatzes wurde man auf fünf Verdächtige aufmerksam. Alle Personen konnten gestellt werden, einer der Verdächtigen war schon vor dem Zugriff verletzt.

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Sanliurfa nach dem erfolgreichen Einsatz der Antiterror-Einheiten. (Foto: AA)
„Inside Job“ vereitelt PKK-Terroristen wollten Bombe auf HDP-Veranstaltung zünden
Ankara (nex) – Einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi zufolge soll die Polizei am Sonntag in der Stadt Viranşehır (Provinz Şanlıurfa) fünf Mitglieder der terroristischen PKK festgenommen haben. Die Umstände der Verhaftung und die bisherige Beweisaufnahme deuten nun darauf hin, dass die Beamten auf diese Weise eine folgenschwere Straftat verhindert haben: Die Täter planten durch die Zündung eines Sprengkörpers während einer Veranstaltung der prokurdischen „Demokratischen Partei der Völker“ (HDP) eine weitere Eskalation der Kampfhandlungen im Osten der Türkei zu provozieren.

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Bisherigen Meldungen zufolge griff die Polizei die fünf Verdächtigen dabei auf, als sie in Viranşehır eine Bombe in einem parkenden Fahrzeug nahe einem Park zu platzieren versuchten. Dabei kam man dem Plan, eine HDP-Veranstaltung zu sabotieren, auf die Spur. Nachdem bereits am Samstag ein Sprengkörper in einem Müllcontainer explodiert war, hatte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt noch einmal massiv verschärft. Dabei wurden die Beamten auch auf die fünf Verdächtigen aufmerksam. Als diese das Anrücken der Beamten bemerkten, ergriffen sie die Flucht und lieferten sich mit den Einsatzkräften eine Verfolgungsjagd, ehe es gelang, sie zu stellen.
Die PKK-Mitglieder gestanden anschließend in einem Verhör seitens der örtlichen Spezialisten der Antiterroreinheit, den Plan gehabt zu haben, die Bombe während einer HDP-Veranstaltung zu zünden, bei der die „Autonomie“ bestimmter Gebiete ausgerufen werden sollte. Wie in einer schriftlichen Stellungnahme des Polizeipräsidiums von Şanlıurfa mitgeteilt wurde, war es das Ziel der Organisatoren, damit am Rande der Ausrufung der „Autonomie“ einen Zusammenstoß der Bürger mit dem Sicherheitspersonal zu provozieren.
(Foto: AA)
(Foto: AA)
Es wurde in weiterer Folge ermittelt, dass Mitglieder der Terrororganisation eine spezielle Ausbildung in den Bergen erhalten hätten und auf dem Wege der Ausrufung einer Autonomie mit der Umsetzung ihrer Pläne beginnen sollten. Mit diesem Ziel vor Augen sollten weitere Schritte in Angriff genommen werden, etwa in Form von Ausschreitungen auf den Straßen. Weiter heißt es in der Erklärung: „Seit dem 10. September hat man versucht, die Polizeikräfte systematisch in Ausschreitungen auf den Straßen zu verwickeln. Es wurden dem Polizeinotruf mehrere Male gemeldet, dass in den betroffenen Gebieten Maskierte Straßenkontrollen durchführen würden.
Um die Sicherheit der Allgemeinheit zu gewährleisten, wurden gepanzerte Fahrzeuge in diese Gebiete geschickt. Während des Vorbeifahrens eines solchen Fahrzeuges wurde in einem Müllcontainer ein TNT-Sprengsatz, dessen Reichweite bis zu 500 Metern umfasst, mittels Fernsteuerung gezündet. Bei dieser Detonation gab es zwar keine Toten oder Verletzten, jedoch richtete sie großen Schaden beim Fahrzeug und in der Umgebung an.“ Die Polizei sei einem Hinweis nachgegangen, dass eine ähnliche Sprengung im Zuge einer geplanten HDP-Pressekonferenz geplant wäre. Im Zuge des auf diesen Hinweis hin durchgeführten Einsatzes wurde man jedoch auf die fünf Terroristen aufmerksam. Alle Verdächtigen konnten gestellt werden, einer davon verletzt.

Man konnte zudem nachweisen, dass zwei der fünf gefangenen Täter eine spezielle Ausbildung zur Sabotage in ländlichen Gebieten erhalten hatten. Darüber hinaus konnten im Zuge der Veranstaltung zur „Autonomieausrufung“ 17 weitere Verdächtige festgenommen werden, die in die Planung bewaffneter und nach türkischem Recht illegaler Akte involviert gewesen sein sollen. Diese sollten im Zusammenhang mit der Ausrufung der „Autonomie“ die in der Stadt ansässigen Bürger unter Druck setzen. Des Weiteren konnte man Waffen und Dokumente sicherstellen.

Der Gouverneur von Şanlıurfa, İzzettin Küçük, erklärte, dass zehn der festgenommenen Mitglieder der PKK mit zahlreichen Ausschreitungen und Provokationen auf den Straßen zu tun haben sollen, die sich in der Zeit seit dem 10. September ereignet hatten. In der Erklärung heißt es weiter: „Am 12. September wurde mittels eines ferngesteuerten, sogenannten TNT-Sprengstoffs auf die im gepanzerten Fahrzeug vorbeifahrenden Sicherheitskräfte ein Anschlag verübt. Bei dem besagten Anschlag wurde lediglich das Fahrzeug beschädigt, Tote oder Verletzte gab es nicht. Es konnte festgestellt werden, dass am 15. September, an dem die Aktivisten eine Pressekonferenz zu Ausrufung der Autonomie planten, eine weitere Detonation stattfinden sollte. Daraufhin wurden die Örtlichkeiten der anstehenden Pressekonferenz durchsucht und dabei gelang es im Umfeld des Veranstaltungsortes, fünf Terroristen, einen davon verletzt, zu stellen. Man konnte nachweisen, dass zwei der Terroristen eine Spezialausbildung zur Sabotage erhalten hatten.“

 

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