Rechtsterrorismus Brandenburg: Türkischer Unternehmer möchte Flüchtlinge aufnehmen und wird von Nazis bedroht

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Brandenburg: Türkischer Unternehmer möchte Flüchtlinge aufnehmen und wird von Nazis bedroht

Remzi Aru machte deutlich, dass er nicht zulassen werde, dass Extremisten in diesem Land die Oberhand gewinnen und ihre Mitmenschen terrorisieren können. Er forderte die staatlichen Sicherheitsbehörden dazu auf, die Verniedlichung der neonazistischen Bedrohung des Gemeinwesens endlich zu beenden und konsequent gegen die Gefahr von rechts vorzugehen.

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(Archivfoto: dts)
Brandenburg: Neonazis bedrohen nach Gerüchten über Flüchtlingsaufnahme eine Ferienanlage
Neuendorf am See (nex) – Den eigenen Augen traute das Wachpersonal auf der Ferienanlage des Unternehmens, dessen Mitinhaber der Berliner Geschäftsmann Remzi Aru in Neuendorf am See ist, nicht, als sich am Samstagnachmittag ein schwarzer Renault auf das Grundstück begab, dessen zwei Insassen offenbar keine Monteure waren, wie diese oft in der Anlage nächtigen, sondern sich höchst verdächtig verhielten.
Die diensthabenden Wachleute entschlossen sich, der Sache nachzugehen und die beiden kahlrasierten Personen auf den Hintergrund ihres Auftauchens anzusprechen. Es gelang, den Wagen anzuhalten, bevor dieser wieder das Gelände verlassen konnte. Auf die Frage, ob man den Insassen des Wagens denn in irgendeiner Weise helfen könne, antworteten diese, ihrerseits selbst Fragen zu haben.

“Besorgter Bürger” droht mit Brandanschlag

Der Fahrer des Renaults gab zu erkennen, er hätte „aus zuverlässiger Quelle“ erfahren, dass die Ferienanlage in Kürze als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden sollte. Sollte dies der Fall sein, machte er unmissverständlich deutlich, dass mit einem Brandanschlag auf die Anlage zu rechnen sein würde. Auf Grund des Autokennzeichens konnte die wenig später alarmierte Polizei die Spur der ungebetenen Besucher aufnehmen und zwei Personen identifizieren, die über Wochenendgrundstücke in der Nachbargemeinde Alt Schadow verfügten.

Die Polizei stellte die Verdächtigen, nahm eine Gefahrenansprache vor und erteilte einen befristeten Platzverweis. Die Verdächtigen, die bereits von ihrem Äußeren her den Eindruck erweckten, eine Affinität zur rechtsextremen Szene aufzuweisen, sollen bis dato noch nicht im Zusammenhang mit fremdenfeindlich motivierter Kriminalität auffällig geworden sein. Nun sind sie im Visier der Sicherheitskräfte. Es ist jedoch noch ungeklärt, ob es Hintermänner gibt, namens derer sie tätig geworden sind.
Verfassungsschutz: Steigende Gewaltbereitschaft unter Rechtsextremisten
Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass eine steigende Gewaltbereitschaft unter Rechtsextremisten zu verzeichnen sei und dass es in diesem Jahr bereits 22 Brandanschläge auf Asylbewerberunterkünfte gegeben habe. Dahinter würden zu 70 Prozent Personen aus der unmittelbaren örtlichen Umgebung stecken. Insofern ist davon unbedingt davon auszugehen, dass die Drohungen ernst zu nehmen sind. Unternehmer Remzi Aru, der nach eigenen Angaben bis dato mehr Drohungen durch Linksextreme und PKK-Anhänger als durch Rechtsextremisten zu verzeichnen hatte, hat das Gelände der Anlage mittlerweile durch einen türkischen Wachschutz verstärkt.

Remzi Aru: Werde nicht zulassen, dass Extremisten die Oberhand gewinnen

Er machte gegenüber NEX deutlich, dass er nicht zulassen werde, dass Extremisten in diesem Land die Oberhand gewinnen und ihre Mitmenschen terrorisieren können. Er forderte die staatlichen Sicherheitsbehörden dazu auf, die Verniedlichung der neonazistischen Bedrohung des Gemeinwesens endlich zu beenden und konsequent gegen die Gefahr von rechts vorzugehen.

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