Start Politik Ausland "Ideologische Verwandtschaft" Haaretz: “Hamas betreibt auf türkischem Boden Traningscamps”

"Ideologische Verwandtschaft"
Haaretz: “Hamas betreibt auf türkischem Boden Traningscamps”

Der türkische Geheimdienst soll sich der Aktivitäten al-Arouris, der sich als Widerstandskämpfer versteht und davon ausgeht, dass Ankara die Hamas auch als solche grundsätzlich akzeptiert, lange bewusst gewesen sein. Unbestätigten israelischen Informationen zufolge betreibe die Hamas auf türkischem Boden Trainingscamps.

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(Archivfoto: AA)

Ankara (eurasia/nex) – Laut Berichten der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ habe der türkische Geheimdienst Millî İstihbarat Teşkilâtı/MİT (zu Deutsch: Nationaler Nachrichtendienst) eine Bitte an Salah al-Arouri gerichtet, die Operationen in der Westbank nicht mehr offen von der Türkei aus zu organisieren und anzuleiten.

Der türkische Geheimdienst soll sich der Aktivitäten al-Arouris, der sich als Widerstandskämpfer versteht und davon ausgeht, dass Ankara die Hamas auch als solche grundsätzlich akzeptiert, lange bewusst gewesen sein. Unbestätigten israelischen Informationen zufolge betreibe die Hamas auf türkischem Boden Trainingscamps, rekrutiere Mitglieder sowie plane und leite militärische Operationen gegen das israelische Militär von der Türkei aus.

Bisher habe die Türkei, die von der „Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“, kurz AKP, regiert wird, bezüglich der Aktionen der Hamas bewusst weggesehen. Grund dafür sei eine ideologische Verwandtschaft der AKP zur Hamas. Beide würden ihre Wurzeln in der Bewegung der „Muslimbruderschaft“ haben, die für ein konservatives Islamverständnis steht, aber die demokratische Legitimation im Staat als Grundlage für die Machtausübung suche. Vor kurzem änderte sich das jedoch, hieß es in einem Bericht, nachdem sich israelische Verteidigungsoffizielle in Washington über vermeintliche Hamas-Trainingscamps, die in der Türkei unterhalten werden, beschwert hatten. Die Türkei ist ein Mitglied des westlichen Militärbündnisses NATO und wird als Alliierter der Vereinigten Staaten wahrgenommen.

Daraufhin forderten US-Behörden eine Erklärung von Ankara, das unmissverständlich entgegnete, dass al-Arouri seine Aktivitäten künftig herunterschrauben werde. Die Türkei will vermeiden, dass Washington von der Regierung in Jerusalem dazu verleitet wird, Ankara als Terrorunterstützer zu brandmarken.

Weil andere Staaten hochrangige Hamas-Mitglieder eben des Drucks wegen, den Israel beispielsweise in Washington ausübt, nicht aufnehmen wollen, hat sich die Türkei aus Solidarität mit dem Schicksal des palästinensischen Volkes bereiterklärt, zahlreichen Hamas-Aktivisten Asyl zu gewähren. Zudem erhofft sich Ankara bei einem Wegfall der Wirtschaftsblockade über die Palästinensergebiete besondere Handelsprivilegien im Gegenzug.

Während viele westliche Staaten die Hamas als Terrororganisation listen, betrachtet der amtierende türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Mitglieder der Organisation als „Freiheitskämpfer“. Auch Russland, die Schweiz und Norwegen listen die Hamas nicht als Terrororganisation, dennoch werden Terrorakte seitens der Organisation oder ihrer Miliz, die Qassam-Brigade, strikt abgelehnt.

 

Erschienen auf eurasianews.de 

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